Ernährung nach Krebs
Auf einen Blick
- Zunächst gilt „essen was guttut“
- Nebenwirkungen der Krebserkrankung und/oder der Therapie können die Ernährung erschweren
- Eine Rückkehr oder Umstellung zu einer gesunden Ernährung ist von Vorteil
- Eine Ernährungsberatung kann in vielen Fällen helfen, zum Beispiel um wieder an Gewicht zu gewinnen
Hinweis: Die Informationen dieses Fachtextes können und sollen eine ärztliche Meinung nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.
Empfehlung
Ist die Krebstherapie beendet, ist eine langsame Umstellung oder Rückkehr zu einer ausgewogenen und abwechslungsreichen Ernährung wichtig. Jedoch kann dies erschwert werden durch:
- Bestehende Nebenwirkungen der Krebstherapien (diese können noch nach Beendigung der Therapie andauern) wie Mundtrockenheit, Geruchs- und Geschmacksveränderungen oder Übelkeit
- Probleme, die durch die Krebserkrankung aufgetreten sind (z.B. im Mund-Rachen-Raum oder im Magen-Darm-Trakt) wie Schluckbeschwerden
- Unverträglichkeiten bestimmter Nahrungsmittel
- Bestehende Begleiterkrankungen, wie Diabetes mellitus Typ 2
Es gilt deshalb zunächst „essen, was guttut“, um dem Körper nach der belastenden Therapie Energie zuzuführen und wieder zu Kräften kommen zu lassen.
Kurz und kompakt
Kurz und kompakt
- Gesundes Körpergewicht halten (bei Erwachsenen derzeit BMI zwischen 18,5-24,9 kg/qm)
- Körperlich aktiv sein – gehen statt sitzen!
- Viele Vollkornprodukte, Gemüse, Obst und Hülsenfrüchte (z.B. Bohnen) essen
- Wenig Fast-Food und Fertigprodukte essen
- Wenig rotes (Rind, Schwein, Lamm) und verarbeitetes (z.B. Wurstwaren) Fleisch essen
- Wasser statt zuckerhaltiger Getränke trinken
- Auf Alkohol verzichten
- Auf Rauchen verzichten
- Keine Nahrungsergänzungsmittel ohne nachgewiesenen Mangel
Veränderungen
Sowohl die Krebserkrankung als auch die Krebstherapie, sind für den Körper sehr belastend und brauchen viele körperliche Reserven auf. Die Ernährung kann unter der Erkrankung und der Therapie gelitten haben, so dass der Körper erst langsam wieder Energie zugeführt werden muss, damit er sich wieder regenerieren kann.
Die Rückkehr oder der Beginn einer gesunden Ernährung lohnt sich aber in jedem Fall. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat hierzu zehn Empfehlungen:
- Abwechslungsreich essen
- Viel Gemüse und Obst (3 Portionen Gemüse, 2 Portionen Obst)
- Vollkorn statt Weißmehlprodukte
- Tierische Lebensmittel nur ergänzend essen (vor allem rotes und verarbeitetes Fleisch meiden)
- „Gesunde“ Fette essen (pflanzliche Öle wählen)
- An Zucker und Salz sparen
- Wasser trinken (wenig gesüßte Getränke)
- Schonend zubereiten
- Essen genießen und Zeit dafür nehmen
- Gesundes Gewicht halten und ausreichend bewegen
Gut zu wissen: Krebsarten, die den Mund-Rachen-Raum oder den Magen-Darm-Trakt betreffen (z.B. Darmkrebs, Speiseröhrenkrebs oder Magenkrebs), verlangen Patienten eine besonders große Umstellung ihrer Ernährung ab, weshalb sie oft besonders belastet sind. Gerade für diese Patienten ist eine professionelle Unterstützung, durch einen Ernährungsberater, wichtig.
Gewichtszunahme
Oft geht eine Krebserkrankung und/oder Krebstherapie mit einem ungewollten Gewichtsverlust und oft sogar einer Mangelernährung einher. Vielen Patienten fällt es schwer, wieder ein stabiles und gesundes Körpergewicht zu erreichen. Das ist aber wichtig für die Lebensqualität und auch damit der Körper wieder richtig funktioniert, allen voran auch das Immunsystem.
Statt aber nur hochkalorische Lebensmittel (mit viel Fett und Zucker) zu sich zu nehmen, wird eine ausgewogene Ernährung empfohlen, weil der Körper nur so alle wichtigen Nährstoffe erhält. Einige Tipps können helfen:
- Mehrere kleine Mahlzeiten (5-6) einnehmen
- Snacks zu Hand haben
- Sofort essen, wenn man Hunger hat
- Das Essen schön anrichten
- In Gesellschaft essen
Es ist wichtig auf die eigenen Vorlieben zu achten und im Zweifel einen Ernährungsberater aufsuchen, der dabei helfen kann. Wenn über Mahlzeiten nicht genug aufgenommen werden kann, ist es auch möglich Nährstoffkonzentrate oder Trinknahrung, auch als Astronautenkost bekannt, zu sich zu nehmen.
Ernährungsberatung
Ja, denn eine gesunde und ausgewogene Ernährung hat einen vorbeugenden Effekt und fördert ein stabiles Immunsystem und einen aktiven gesunden Stoffwechsel.
Manchmal zeigt sich auch nach Jahren erst, welche Langzeitfolgen eine Krebstherapie verursacht hat. Um adäquat darauf zu reagieren, kann qualifizierte Ernährungstherapie erfassen, optimieren und überwachen, ob eine Mangel- oder Fehlernährung entstanden ist, und welche ernährungstherapeutischen Maßnahmen geeignet sind, ernährungs(mit)bedingte und/oder tumortherapiebedingte, potenzielle Spätfolgen zu behandeln und Rezidive (Rückfälle) zu verhindern oder zu vermindern.
Ernährungsberater suchen
Finden Sie spezialisierte Experten bei Krebs
Quellen
Zuletzt geändert am 17.01.2024
Autor: Redaktion StärkergegenKrebs
Qualitätssicherung: Dipl. Oec. Troph Iris Flöhrmann, Diätassistentin, Ernährungsberatung Stormarn
Quellen
Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München (2020) Bloß nicht abnehmen: Was essen bei Krebs?. https://www.mri.tum.de/news/bloss-nicht-abnehmen-was-essen-bei-krebs; Letzter Abruf: 16.01.2024
ONKO, I. (2022) Die 10 Regeln der DGE für gesunde Ernährung. https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/bewusst-leben/basis-informationen-krebs-bewusst-leben-ernaehrung/die-10-regeln-fue.html; Letzter Abruf: 16.01.2024
Universitätsklinikum, F. (2021) Ernährung nach Krebs gut gestalten. https://www.uniklinik-freiburg.de/presse/publikationen/im-fokus/2021/ernaehrung-nach-krebs-gut-gestalten.html; Letzter Abruf: 16.01.2024
Fanden Sie diesen Artikel hilfreich?