Schleimhautentzündung bei Krebs
Was ist eine Mukositis (Schleimhautentzündung)? Was hilft dagegen? Wie lange dauert eine Mukositis und wie schlimm kann es werden?
Auf einen Blick
- Mukositis ist eine Entzündung der Mukosa (Schleimhaut)
- Mukositis kann bis zu acht Wochen anhalten
- Es gibt viele Möglichkeiten, die Entzündungen im Mund und Rachen durch die Ernährung zu lindern
- Die Schleimhautentzündung beeinträchtigt die Lebensqualität
Hinweis: Die Informationen dieses Fachtextes können und sollen eine ärztliche Meinung nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.
Definition
Die Mukositis ist eine Entzündung der Mukosa (Schleimhaut). Aufgrund der häufigen Zellerneuerung in der Schleimhaut tritt hier eine besonders sensible Reaktion auf, die die Folge einer Bestrahlung oder Chemotherapien sein kann.
Wichtig zu wissen: Außer den Mund- und Rachenschleimhäuten ist das Auftreten, abhängig von der Krebsbehandlungsart, ebenfalls an den Schleimhäuten des ganzen Verdauungstrakts bis zum After möglich. Es kann auch zu einer Entzündung der Schleimhaut der äußeren Genitalorgane, der Blasenschleimhaut oder der Augenbindehaut kommen.
Dauer
Wichtig zu wissen: Die durch eine Strahlen- oder Chemotherapie ausgelöste orale Mukositis kann im Einzelfall bis zu acht Wochen andauern.
Entzündungsgrad
Die Ausprägung einer Mukositis ist primär bedingt durch Form, Intensität sowie Zeitspanne der Krebstherapie. Der Allgemeinzustand, das Alter sowie Begleiterkrankungen des Betroffenen sind ebenfalls von Bedeutung. Bei einer Mukositis sind Schmerzen möglich, weshalb sie eine große Belastung darstellen kann.
Neben einer starken Minderung der Lebensqualität des Patienten ist folglich auch eine Gefährdung des Behandlungsziels aufgrund einer Mukositis möglich.
Wichtig zu wissen: Abhängig davon, wie ausgeprägt eine Mukositis ist, kann sie eine erforderliche Unterbrechung der Krebstherapie zur Folge haben.
Ernährungsempfehlung
Es gibt eine Vielzahl an unterschiedlichen Möglichkeiten, um die Entzündungen im Mund und Rachen durch die Ernährung zu lindern. Die folgenden Hilfestellungen können dabei genutzt werden:
- Meiden Sie schleimhautreizende Nahrungsmittel. Zu diesen zählen Zitrusfrüchte, scharfe und saure Lebensmittel.
- Bei Schleimhautentzündungen helfen außerdem Mundspülungen mit Kochsalzlösung, Sanddorn-Öl oder mit lauwarmem Tee aus Salbei oder Kamille
- Verzichten Sie auf das Rauchen
- Um Ihre Speisen gleitfähiger zu machen und so das Essen zu erleichtern, können Sie sie mit Öl oder anderen Fetten versetzen.
- Meiden Sie stark zuckerhaltige, alkoholische und saure Getränke
- Bevorzugen Sie weiche Kost. Gut eignen sich in diesem Fall z.B. Kartoffelpüree, mildes Obstkompott, Fisch oder weiches Fleisch mit milder Soße
- Achten Sie auf eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme.
- Verzichten Sie besser auf säurehaltige Lebensmittel (z.B. Orangen und Tomaten) und bevorzugen Sie milde Obst- und Gemüsesorten wie Bananen oder Avocados
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Quellen
Zuletzt geändert am 30.05.2023
Autor: Expertengremium Ernährung
Hauptautorin: Eva Kerschbaum - M. Sc. Ernährungswissenschaften, Ernährungsberaterin/ DGE. Beratungsstelle für Ernährung am Tumorzentrum München
Quellen
Biesalski, HK., Zürcher, G., Jauch, KW. & Beck, V. (2008) Ernährung und Krebs. In: Der Onkologe. Vol. 14 (1) , S.7-64.
DKG/DKH (2017) Die blauen Ratgeber: Ernährung bei Krebs.. In: Deutsche Krebshilfe und deutsche Krebsgesellschaft. https://www.krebshilfe.de/infomaterial/Blaue_Ratgeber/Ernaehrung-bei-Krebs_BlaueRatgeber_DeutscheKrebshilfe.pdf; Letzter Abruf: 30.05.2023
Zänker, KS. & Becker, N. (2005) Primäre Prävention. In: Kompendium Internistische Onkologie. S.279-306.
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