Progressive Muskelentspannung
Erfahren Sie alles Wichtige über progressive Muskelentspannung im folgenden Artikel.
Auf einen Blick
- Bewusste An- und Entspannung von Muskelgruppen
- Ziel: tief sitzende Anspannungen lockern und entspannen
- Angst-, Schlaf- und gastrointestinale Störungen sowie Schluckbeschwerden können gelindert werden
Hinweis: Die Informationen dieses Fachtextes können und sollen eine ärztliche Meinung nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.
Definition
Die Muskelentspannung wird auch als Progressive Muskelentspannung (PME), Progressive Muskelrelaxation (PMR), Progressive Relaxation (PR) oder Tiefenmuskelentspannung bezeichnet. Hierbei wird mit bewusster An- und Entspannung gearbeitet, um sämtliche Muskelgruppen in einen Entspannungszustand zu versetzen.
Dabei werden die einzelnen Muskelgruppen des Krebspatienten zunächst in Anspannung versetzt, diese für einige Sekunden gehalten und anschließend entspannt. Durch dieses Verfahren werden tief sitzende Anspannungen schrittweise gelockert und schließlich völlig entspannt, wodurch auch schmerzhafte Verspannungen nachhaltig gelöst werden können.
Wichtig zu wissen: Wesentliches Element der progressiven Muskelentspannung ist die Achtsamkeit, mit welcher der Unterschied zwischen Anspannung und Entspannung bewusst wahrgenommen werden soll. Die progressive Muskelentspannung wird in vielen onkologischen Zentren und Kliniken angeboten.
Ablauf
Häufig ist es möglich, bereits nach kurzer Zeit eine Entspannung der Tiefenmuskulatur zu erreichen. Hierbei wird von "progressiv" gesprochen, weil diese Entspannung voranschreitend ist und der Anwendende immer besser lernt, die Muskelgruppen bewusst anzuspannen und zu entspannen. Mithilfe dieser Technik können Angst-, Schlaf- und gastrointestinale Störungen reduziert werden, ebenso Schluckbeschwerden und Verspannungen der (tiefen) Muskulatur.
Diese Form der Entspannungstechnik ist schnell und einfach erlernbar. Hierfür bieten Krankenkassen und Organisationen Lernprogramme häufig sogar kostenlos an. Auch gibt es Kurse, in denen Betroffene eine gezielte Anleitung erhalten. Zudem kann Ihnen Ihr Psycho-Onkologe hilfreiche Tipps geben, wo solche Kurse angeboten werden.
Achtung: Bei starken Schmerzen oder körperlicher Beeinträchtigung durch die Chemotherapie sollten Sie zunächst mit einem Arzt klären, ob diese Therapieform für Sie sinnvoll ist.
Körperliches Empfinden
Der Fokus bei der Progressiven Muskelentspannung liegt auf dem Körper des Krebspatienten. Dabei zentralisiert die Methode die bewusste An- und Entspannung sowie das bewusste Empfinden des Unterschieds. Bei der Methode werden nacheinander 16 Muskelgruppen zunächst in einen Spannungs- und nach einigen Sekunden durch bewusstes Loslassen in einen Entspannungszustand versetzt.
Die Aufmerksamkeit wird gezielt auf den Unterschied gelenkt. Dabei wird von den Armen, über den Kopf und Oberkörper, die Beine bis zu den Füßen und Zehen vorgegangen. Durch das Konzentrieren auf die beiden Spannungszustände sollen auch psychische Spannungszustände gelöst werden. Solche Entspannungstechniken können gut in Ergänzung zu körperlicher Aktivität bei Krebspatienten angewendet werden.
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Quellen
Zuletzt geändert am 27.07.2023
Autor: Expertengremium Psycho-Onkologie
Hauptautor: Markus Besseler - Dipl. Psychologie, Geschäftsführer der Bayerischen Krebsgesellschaft
Quellen
Jacobson, E. (1996) Entspannung als Therapie. Progressive Relaxation in Theorie und Praxis. In: Pfeiffer Verlag.
Luebbert, K., Dahme, B. & Hasenbring, M. (2001) The effectiveness of relaxation training in reducing treatment-related symptoms and improving emotional adjustment in acute non-surgical cancer treatment: a meta-analytical review. In: Psychooncology. Vol. 10 (6), S.490-502. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/11747061/; Letzter Abruf: 27.07.2023
Mayer, K. (2021) Progressive Muskelentspannung – Jacobson Entspannungstraining – oder Progressive Muskelrelaxation (PMR). https://befund.net/progressive-muskelentspannung-pmr/; Letzter Abruf: 27.07.2023
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