Nachsorge bei Brustkrebs (Mammakarzinom)
Was bedeutet Nachsorge bei Brustkrebs? Was wird bei Kontrollen untersucht? Wie oft muss man zur Nachsorge? Wir liefern Antworten.
Auf einen Blick
- Die Nachsorge beginnt nach Beendigung der Krebstherapie oder parallel zu Langzeittherapien
- Sie dient dazu die Folgen der Krankheit und der Therapie(n) zu behandeln und ein mögliches Rezidiv frühzeitig zu erkennen
- Häufigkeit und Länge der Nachsorge werden individuell auf die Patientin abgestimmt
- Die Nachsorgetermine bestehen aus Anamnesegesprächen und Untersuchungen
- Die Nachsorge nach Brustkrebs wird meist durch Frauenärzte gemacht
Hinweis: Die Informationen dieses Fachtextes können und sollen eine ärztliche Meinung nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.
Zweck
Die Nachsorge nach Brustkrebs beginnt nach Abschluss der Primärtherapie (z. B. Operation, Chemotherapie oder Bestrahlung) und ist ein wichtiger Bestandteil der Behandlung. Sie unterstützt Betroffene dabei, gesund zu bleiben, Rückfälle frühzeitig zu erkennen und Nebenwirkungen zu lindern.
Warum ist Nachsorge nach Brustkrebs wichtig?
Die ärztliche Nachsorge verfolgt mehrere Ziele:
- Früherkennung von Rückfällen (Rezidiven): Falls Brustkrebs erneut auftritt, kann er durch regelmäßige Untersuchungen früh entdeckt und besser behandelt werden.
- Behandlung von Nebenwirkungen: Sowohl akute Beschwerden als auch Langzeitfolgen der Therapie können gezielt gelindert werden, um die Lebensqualität zu verbessern.
- Unterstützung im Alltag: Neben körperlichen Untersuchungen bietet die Nachsorge auch Raum, über Ängste, seelische Belastungen oder Einschränkungen zu sprechen.
Achtung: Die Nachsorge kann ein Wiederauftreten von Brustkrebs nicht verhindern – aber eine frühzeitige Entdeckung steigert die Heilungschancen deutlich.
Beginn
Die Nachsorge startet nach Ende der Primärtherapie, z. B.:
- nach der Entlassung aus der Klinik nach einer Brustoperation
- nach der letzten Bestrahlung oder Chemotherapie
Langfristige Behandlungen wie Antihormontherapie oder zielgerichtete Therapien laufen häufig parallel zur Nachsorge weiter.
Dauer und Häufigkeit
Die Dauer und Häufigkeit richtet sich nach dem individuellen Risiko: die sogenannte risikoadaptierte Nachsorge. Allgemein empfehlen Fachgesellschaften eine Nachsorge über mindestens 10 Jahre.
Häufigkeit der Nachsorge:
- Bis 3 Jahre nach der Therapie:
- alle 3 Monate: Gespräch + körperliche Untersuchung
- jährlich: Mammografie + Ultraschall
- bei Beschwerden: zusätzliche Untersuchungen (z. B. Labor, MRT, Röntgen)
- 4. bis 5. Jahr:
- alle 6 Monate: Gespräch + Untersuchung
- jährlich: Mammografie + Ultraschall
- Ab dem 6. Jahr:
- jährlich: Mammografie oder Ultraschall im Rahmen der Früherkennung
- zusätzliche Untersuchungen nur bei Verdacht auf Rückfall oder Beschwerden
Achtung: Treten neue Beschwerden auf, sollte man nicht bis zum nächsten Termin warten, sondern gleich zu Arzt.
Ablauf
Was passiert bei der Nachsorge?
Die Nachsorgeuntersuchungen sind individuell, enthalten aber meist:
- Anamnesegespräch: Besprechung von Beschwerden, Symptomen, Nebenwirkungen oder Ängsten.
- Körperliche Untersuchung: Abtasten von Brust, Brustwand und Lymphknoten.
- Jährliche Basisuntersuchungen:
- Frauenärztliche Untersuchung
- Mammografie (falls Brust erhalten) oder Ultraschall der Brustwand
- Befundbesprechung: Erklärung der Ergebnisse, Planung weiterer Schritte
Zusätzliche Untersuchungen bei Bedarf
In bestimmten Fällen können weitere Verfahren notwendig sein, z. B.:
- Bildgebende Verfahren: MRT, CT oder Röntgen bei auffälligen Befunden
- Herzuntersuchung: bei bestimmten Medikamenten (z. B. Anthrazykline, Trastuzumab)
- Knochendichtemessung: bei frühzeitiger Menopause oder Aromatasehemmer-Therapie
- Blutuntersuchungen: v. a. bei langfristigen Hormontherapien
- Psychologische Unterstützung: bei Ängsten, Depressionen oder hoher seelischer Belastung
- Sexual- und Lebensberatung: bei therapiebedingten Einschränkungen
Ansprechpartner
Die Brustkrebs-Nachsorge kann durchgeführt werden bei:
- Frauenarzt (Gynäkologie)
- onkologischen Praxen oder Klinikambulanzen
- Hausarzt (in Abstimmung mit Fachärzten)
Gut zu wissen: Bei erblich bedingtem Brustkrebs ist ein spezialisiertes Brustzentrum besonders empfehlenswert.
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Quellen
Zuletzt geändert am 08.09.2025
Autor: Expertengremium Onkologie
Hauptautor: Dr.med. Wolfgang Abenhardt - Facharzt für Hämatologie und Onkologie
Quellen
AGO e. V (2023) Empfehlungen gynäkologische Onkologie Kommission Mamma. https://www.ago-online.de/leitlinien-empfehlungen/leitlinien-empfehlungen/kommission-mamma; Letzter Abruf: 08.09.2025
AGO e. V (2019) AGO Brustkrebs Patientenratgeber zu den AGO-Empfehlungen. https://www.ago-online.de/fileadmin/ago-online/downloads/AGO_Brustkrebs_2019.pdf; Letzter Abruf: 08.09.2025
Deutschen Krebsgesellschaft, Deutschen Krebshilfe & Arbeitsgemeinschaft Wissenschaftliche Medizinische Fachgesellschaften (2021) Interdisziplinäre S3-Leitlinie für die Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms, Langversion 3.0. In: Deutschen Krebsgesellschaft, Deutschen Krebshilfe & Arbeitsgemeinschaft Wissenschaftliche Medizinische Fachgesellschaften. https://register.awmf.org/assets/guidelines/032-045OLl_S3_Mammakarzinom_2021-07.pdf; Letzter Abruf: 08.09.2025
Deutschen Krebsgesellschaft, Deutschen Krebshilfe und Arbeitsgemeinschaft Wissenschaftliche Medizinische Fachgesellschaften (o. D.) Patientenleitlinien der Deutschen Krebsgesellschaft. In: Deutschen Krebsgesellschaft, Deutschen Krebshilfe und Arbeitsgemeinschaft Wissenschaftliche Medizinische Fachgesellschaften. https://www.krebsgesellschaft.de/deutsche-krebsgesellschaft/leitlinien.html; Letzter Abruf: 08.09.2025
Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) (o. D.) Brustkrebs: Diagnose, Therapie und Nachsorge. In: Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ). http://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/brustkrebs; Letzter Abruf: 08.09.2025
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