Was ist Krebs?
Was ist Krebs? Was macht Krebs im Körper? Was passiert, wenn die Schutzmechanismen im Körper versagen? Unter der Bezeichnung Krebs wird eine große Gruppe an Erkrankungen zusammengefasst, die sich in Ihren Symptomen und Verläufen stark voneinander unterscheiden können.
Auf einen Blick
- Krebs fasst eine große Gruppe an Erkrankungen zusammen, die sich in Ihren Symptomen und Verläufen stark unterscheiden können
- Medizinisch bedeutet Krebs die unkontrollierte Vermehrung und das wuchernde Wachstum von Zellen (bösartige Gewebeneubildung)
- Etwa 300 unterschiedliche Krebserkrankungen sind bekannt
- Das genetische Programm der Zellen wird verändert
Hinweis: Die Informationen dieses Fachtextes können und sollen eine ärztliche Meinung nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.
Definition
Unter dem Begriff Krebs wird eine große Gruppe an Erkrankungen zusammengefasst, die sich in Ihren Symptomen und Verläufen stark unterscheiden können. Gegenwärtig sind etwa 300 solcher bösartigen Erkrankungen bekannt. Ihr gemeinsames Merkmal ist, dass sich ursprünglich gesunde, körpereigene Zellen plötzlich unkontrolliert vermehren und ausbreiten.
Krebsentstehung
Alles beginnt damit, dass sich das genetische Programm der Zellen verändert oder bei deren Teilung falsch abgelesen wird. Das passiert ständig und unser Körper wird damit normalerweise auch gut fertig, denn er besitzt verschiedene Reparatursysteme, welche in der Lage sind, solche Fehler zu korrigieren. Erweist sich der Schaden als irreparabel, durchläuft die kranke Zelle einen programmierten Zelltod, auch als Apoptose bezeichnet.
Das heißt, die Zelle vernichtet sich selbst. In jeder Sekunde begehen Millionen Zellen unseres Körpers einen solchen Selbstmord. Das ist notwendig, um nutzlose, alte und gefährliche Zellen zu eliminieren. So wird verhindert, dass irreparable Schäden am Erbgut an Tochterzellen weitergegeben werden und sich im Körper anhäufen.
Wichtig zu wissen: Das Selbstmordprogramm verhindert aber auch, dass sich Zellen aus ihrem Heimatgewebeverband lösen, im Körper herumvagabundieren und Metastasen bilden. Im gesunden Körper besteht dadurch immer ein Gleichgewicht aus Zellteilung und Zelltod. Verantwortlich hierfür ist eine strenge Regulierung durch verschiedene Signale, welche die Zellteilung entweder fördern oder hemmen und den Zellen vermitteln, wann es für sie an der Zeit ist abzutreten.
Schutzmechanismen
Versagt dieser Schutzmechanismus, kann das zur Folge haben, dass geschädigte Zellen ihr Verhalten ändern und sich unabhängig von Wachstumssignalen ungehemmt teilen und so immer neue Krebszellen erzeugen, während sie gleichzeitig den programmierten Zelltod verweigern. Durch diese überschießende Neubildung von Gewebe, der sogenannten Neoplasie, bildet sich schließlich eine Geschwulst, ein Tumor.
Dringt dieser aufgrund seines unkontrollierten Wachstums in umliegendes, gesundes Gewebe ein und zerstört und verdrängt dieses, handelt es sich um einen malignen, also einen bösartigen Tumor und somit um Krebs.
Wichtig zu wissen: Es kommt zwar mitunter auch vor, dass das Selbstmordprogramm der Krebszellen von selbst, ohne medizinische Therapie, wieder anspringt und Tumoren oder Metastasen wieder verschwinden. Dies sind jedoch extreme Ausnahmen. Eine solche Spontanremission erlebt nach Expertenschätzung nur einer von 100.000 Krebskranken. Genaue Zahlen hierzu fehlen allerdings.
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Quellen
Zuletzt geändert am 25.08.2022
Autor: Expertengremium Onkologie
Hauptautor: Dr.med. Wolfgang Abenhardt - Facharzt für Hämatologie und Onkologie
Quellen
Becker, N. & von Karsa, L. (2006) Sekundäre Prävention. In: Kompendium Internistische Onkologie.
Stiftung Deutsche Krebshilfe (o. D.) WAS IST KREBS?. In: Stiftung Deutsche Krebshilfe. https://www.krebshilfe.de/informieren/ueber-krebs/was-ist-krebs/; Letzter Abruf: 04.05.2021
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