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Nebenwirkungen von Knochenmetastasen: Beschwerden lindern

Was sind Knochenmetastasen? Wie kann man Beschwerden lindern? Beschwerden von Knochenmetastasen können durch spezielles Training gelindert werden.

Auf einen Blick

  • Kommt es zu einer Absiedelung von Krebszellen eines Primärtumors, bilden sich bösartige sekundäre Knochenmetastasen (Skelettmetastasen)
  • Vor Aufnahme des Trainings muss die Knochenstabilität geprüft werden
  • Training kann sich positiv auf Schmerzen und Beweglichkeit auswirken

Hinweis: Die Informationen dieses Fachtextes können und sollen eine ärztliche Meinung nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.

Knochenmetastasen entgegenwirken. Tipps und Hilfestellungen Beschwerden von Knochenmetastasen lindern – durch Sport und Bewegung: Trainingsempfehlungen. Tipps und Hilfestellungen. Absiedelung von Krebszellen vom Primärtumors.

Definition

Kommt es zu einer Absiedelung von Krebszellen eines Primärtumors, bilden sich bösartige sekundäre Knochenmetastasen, sogenannte Skelettmetastasen bzw. ossäre Metastasen, und in der Folge Knochentumore.

Dabei lagern sich diese Metastasen insbesondere an die Wirbelsäule, weshalb von dieser als Hauptlokalisation gesprochen wird. Die Metastasen lösen sich vom Primärtumor und werden durch die Blutgefäße in die Knochen transportiert. Hier kommt es zu lokalen Veränderungen der Knochenstruktur, weshalb die Knochenumbauprozesse überwiegend in Richtung erhöhtem Knochenabbau verschoben werden.

Die Folge sind große Schmerzen und Instabilitäten der betroffenen Knochen. Dadurch kann es bereits durch leichte Unfälle oder auch ohne ersichtliche Ursache zu Knochenbrüchen kommen.

Wichtig zu wissen: Symptome von Knochenmetastasen zeigen sich als Schmerzen im Ruhezustand, eingeschränkten Alltagsaktivitäten, reduzierter Leistungsfähigkeit sowie psychischer Belastung.

Beschwerden lindern

Das übergeordnete Ziel der Behandlung ist die Schmerztherapie, die Stabilisierung der Wirbelkörper, verbesserte Funktionalität und Mobilität sowie Prävention möglicher Komplikationen, wie Rückenmarksschädigungen oder Knochenfrakturen.

Vor Aufnahme des Trainings muss entschieden werden, ob differenziertes Krafttraining durchgeführt werden kann. Hierfür dient die Klassifikation der Knochenmetastasen im Sinne eines validierten Scores („instabil“ oder „stabil“), da nur instabile Wirbelkörper von der Studie ausgeschlossen waren und sich nicht für das Training eignen.

Folglich sollten betroffene Krebspatienten nur unter Anleitung trainieren, was die anderen Krebstherapieverfahren (Bestrahlung und systemische Therapie) ergänzen soll.

 Verhaltenstipps und Hilfestellungen: Bei Knochenmetastasen

  • Achten Sie beim Gehen besonders auf Hindernisse, wie z.B. Glatteis und Unebenheiten, um die Sturzgefahr zu verringen
  • Tragen Sie festes Schuhwerk
  • Halten Sie sich während des Trainings fest

Trainingsempfehlungen

Hinweis: Gezieltes Training und Sport können sich positiv auf die Schmerzen und die Beweglichkeit des betroffenen Krebspatienten auswirken. Unabdingbar ist, dass die Übungen bis zur korrekten Ausführung mit einem Physiotherapeuten geübt werden. Da keine Hilfsmittel erforderlich sind, kann im Anschluss zu Hause trainiert werden.

Trainingsempfehlung bei Knochenmetastasen

Spezifische Kontraindikationen bei Knochenmetastasen

  • Bei Knochenmetastasen sollte auf das Training verzichtet werden, wenn dadurch starke Schmerzen hervorgerufen werden oder sich die Schmerzen durch das Training verstärken.

 Empfohlene Therapiedauer bei Knochenmetastasen

  • Die Bewegungstherapie bei Knochenmetastasen sollte etwa 36 Wochen dauern, wobei eine Trainingseinheit 45 bis 60 Minuten in Anspruch nimmt (möglichst dauerhaft). Sport und Bewegung sollte ein Teil Ihres Alltags werden.

Bewegungstraining bei Knochenmetastasen, wenn keine Frakturgefahr besteht

Krafttraining bei Knochenmetastasen:

  • Zu Beginn sollte das Krafttraining zweimal wöchentlich in 2 bis 3 Sätzen mit mittleren Gewichten durchgeführt werden.
  • Bewältigt der Patient dieses Pensum gut, kann das Training auf zwei wöchentliche Einheiten in 2 bis 3 Sätzen  mit etwas höheren Gewichten und 45 Sekunden bis 1 Minute Pause intensiviert werden.
  • Bei einer weiteren Steigerung des Pensums umfasst das Training dann 2 bis 3 wöchentliche Einheiten in 2 bis 3 Sätzen zu je 6 bis 8 Übungen mit hohen Gewichten und zusätzlich 30% Exzentrik bei 45 Sekunden bis 1 Minute Pause.

Ausdauertraining bei Knochenmetastasen:

  • Das Ausdauertraining wird bei jeder Trainingseinheit ergänzend zum Krafttraining durchgeführt.
  • Empfohlen wird hier eine mittlere Ausdauerintensität mit 2 bis 3 wöchentlichen Trainingseinheiten zu je 30 bis 60 Minuten.

Bewegungstraining bei Knochenmetastasen mit Frakturgefahr:

  • Wenn eine erhöhte Knochenbruchgefahr besteht, muss dies berücksichtigt und das Bewegungstraining entsprechend darauf abgestimmt werden. Halten Sie hierfür Rücksprache mit Ihrem Arzt.
  • Grundsätzlich möglich sind in diesem Fall gymnastische Kräftigungsübungen, Übungen für die Sensomotorik und die Koordination bzw. ein Gleichgewichtstraining, das Stürzen vorbeugen soll, sowie Übungen zur Körperwahrnehmung.

Zusätzliches Impact-Training bei Knochenmetastasen:

Bei Knochenmetastasen kann sowohl mit als auch ohne Frakturgefahr zusätzlich ein Impact-Training absolviert werden:

  • Bei Knochenmetastasen ohne Frakturgefahr kann das Training in einer hohen Intensität durchgeführt werden. Geeignete Bewegungsformen sind dabei etwa Sprünge aus 30 cm Höhe und mehr.
  • Je nach Fitnessgrad des Patienten kann das Impact-Training bei Knochenmetastasen ohne Frakturgefahr aber auch in mittlerer Intensität durchgeführt werden. Als Bewegungsformen für ein moderates Training bieten sich Springen und Hüpfen sowohl auf einem Bein als auch mit beiden Beinen an.
  • Auch bei Knochenmetastasen mit Frakturgefahr kann ein Impact-Training absolviert werden, dann allerdings mit niedriger Intensität. Bewegungsformen, die sich hierfür eignen, sind Spaziergänge, Treppenabsteigen, Klatschen und auf der Stelle marschieren.

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Quellen

Zuletzt geändert am 22.06.2023

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Quellen

Baumann, FT., Hallek, M., Meyer, J., Galvão, DA., Bloch, W. & Elter, T. (2015) Onkologische Trainings- und Bewegungstherapie (OTT). In: DMW - Deutsche Medizinische Wochenschrift . Vol. 140 (19),

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