Narben und Pigmentflecken
Auf einen Blick
- Nach abgeschlossener Wundpflege Narbenpflege beginnen, um Verhärtungen entgegenzuwirken
- Pflege mit feuchtigkeitsspendender Creme, die hautidentische Lipide enthält
- Zur Behandlung wulstiger Narben Arzt kontaktieren
- Direkte Sonneneinstrahlung bei Narben und Pigmentflecken vermeiden
- Kosmetische Behandlung von Pigmentstörungen erst nach Abschluss der Krebstherapie
Hinweis: Die Informationen dieses Fachtextes können und sollen eine ärztliche Meinung nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.
Narbenpflege
Das hilft: Ein regelmäßiges Eincremen der Narbe ist generell sinnvoll, um die Haut geschmeidig und das umliegende Gewebe wieder elastisch zu machen, Spannungsgefühle, Juckreiz oder Rötungen zu lindern, den Heilungsprozess zu unterstützen und dem Entstehen von Verhärtungen oder einer hypertrophen Narbenbildung entgegenzuwirken.
Hinweise
In der Regel kann mit der Narbenpflege begonnen werden, wenn die Wundversorgung/Wundpflege abgeschlossen ist. Halten Sie ggf. Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt bzw. Ärztin, ab wann Sie eine pflegende Creme auftragen und einmassieren dürfen.
Ihr Pflegeprodukt sollte Feuchtigkeit spenden und frei von Inhaltsstoffen sein, die die Haut reizen oder ein Trockenwerden fördern könnten. Da Narben keine Talgdrüsen mehr haben, kann in diesem Bereich auch kein Talg produziert und keine schützende Fettschicht mehr gebildet werden. Deshalb ist es empfehlenswert, dass Ihre Pflegecreme auch hautidentische Lipide enthält. Je nach Hautbild sind ggf. zusätzlich beruhigende Wirkstoffe sinnvoll.
Oberflächliche Narben können auf Wunsch im zeitlichen Abstand auch ergänzend kosmetisch behandelt werden, um ggf. das Erscheinungsbild zu verbessern. Während oder direkt nach der Therapie bzw. Operation ist dies nicht möglich, da die Haut noch zu empfindlich und zu dünn ist.
Wichtig zu wissen: Vermeiden Sie zudem vor allem in den ersten Monaten nach der Operation eine direkte Sonnenbestrahlung des Bereichs (auch Solarium). Wenn Sie die Narbe nicht bedecken können, sollten Sie bei einem Aufenthalt im Freien (vor allem bei frischen Narben) einen hohen UV-Schutz auftragen.
Narbenbildungsstörungen
Manche Menschen neigen zu einer übermäßigen Produktion von Narbengewebe und es kann zur hypertrophen oder keloidartigen (wulstigen) Narbenbildung kommen. In diesen Fällen reicht die klassische Narbenpflege meist nicht aus. Lassen Sie sich ärztlich beraten, welche Möglichkeiten bei Ihnen erfolgversprechend sind.
So können z. B. bei Keloiden evtl. Silikonpflaster oder weitere spezielle Behandlungen zur Verbesserung beitragen oder – wenn alle konservativen Maßnahmen nicht erfolgreich sind - ggf. auch chirurgische Korrekturen durch einen plastischen Chirurgen vorgenommen werden.
Pigmentflecken
Pigmentstörungen, die als Nebenwirkung einer Krebstherapie entstanden sind, bilden sich häufig nicht mehr von alleine zurück.
Kaschieren können Sie Hyper- und Hypopigmentierungen mit Spezial-Make-ups. Ihr onkologischer Kosmetiker wird Ihnen gerne Produkte empfehlen und die Auftragetechnik zeigen.
In Ihrer täglichen Pflegeroutine sollten Sie darauf achten, dass Sie stets einen hohen UV-Schutz verwenden. Nicht nur, um die besonders empfindliche Haut zu schützen, sondern auch, um einer Verstärkung der bereits vorhandenen und einer Bildung von neuen Pigmentflecken durch intensive Sonnenbestrahlung entgegenzuwirken.
Um dunkle Pigmentflecken (Hyperpigmentierungen) aufzuhellen, stehen im kosmetischen Bereich verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Bei nicht zu empfindlicher Haut können bestimmte apparative Methoden oder Pflegeprodukte mit u. a. bleichenden Wirkstoffen eingesetzt werden.
Ziel der Präparate ist es nicht nur, vorhandene Pigmentflecken abzubauen, sondern auch, die Melaninsynthese und den Melanintransfer zu verringern und die Tyrosinase (ein Enzym, das an der Melaninbildung mitbeteiligt ist) zu hemmen, um so der Entstehung neuer Hyperpigmentierungen entgegenzuwirken.
Hinweis: Eine kosmetische Behandlung dieser Pigmentstörungen kann allerdings erst nach Abschluss Ihrer Krebstherapie (und ggf. in zeitlichem Abstand) beginnen, wenn die Haut nicht mehr übermäßig empfindlich ist.
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Quellen
Zuletzt geändert am 22.06.2023
Autor: Expertengremium onkologische Fußpflege und Kosmetik
Hauptautorin: Heike Weigand - Arzthelferin/Medizinische Fachangestellte und Kosmetikerin, Visagistin und Spezialistin für onkologische Hautpflege
Quellen
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Altmeyer, P. (31.05.2021) Keloid. In: Altmeyers Enzyklopädie. S.https://www.altmeyers.org/de/dermatologie/keloid-ubersicht-2051. Letzter Abruf: 30.05.2023
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Streker, M. (o. D.) Schulungsunterlagen.
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