Therapiephasen der Physiotherapie
Je nach Therapiephase hat die Physiotherapie unterschiedliche Ziele. Dabei kann man die Therapie in vier Phasen unterteilen.
Auf einen Blick
- Kurative Phase: Während der aktiven Tumorbekämpfung soll die körperliche Belastbarkeit und Narbenheilung verbessert werden
- Erholungsphase: Beschwerden und Nebenwirkungen der Erkrankung werden bestmöglich gelindert
- Palliative Phase: Im Mittelpunkt steht der Patient mit seinen individuellen Wünschen und Bedürfnissen
- Terminale Phase: Als höchste Priorität gilt es, die Lebensqualität des Patienten zu gewährleisten
Hinweis: Die Informationen dieses Fachtextes können und sollen eine ärztliche Meinung nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.
Kurative Phase
Die Anfangsphase der Krebstherapie dient in erster Linie der aktiven Bekämpfung des Tumors. Dabei verhilft der Physiotherapeut dazu, dass der Konditionsverlust beim Patienten nicht allzu groß wird.
Wichtig zu wissen: Positive Effekte zeigen sich in dieser Phase insbesondere darin, dass das gezielte Training die Belastbarkeit und Gelenkigkeit erhält, Verspannungen reduziert und zu einer besseren Narbenheilung beiträgt.
Erholungsphase
Es kann vorkommen, dass eine Krebserkrankung nicht gänzlich geheilt werden kann, Nebenwirkungen bestehen bleiben oder sich langfristige Nachwirkungen, wie Lymphödeme, Bewegungseinschränkungen, Müdigkeit und Erschöpfung, zeigen. In der Erholungsphase ist es wichtig, dass Patienten lernen, sich und die eigenen veränderten Gegebenheiten anzunehmen und einen bestmöglichen Umgang mit diesen zu erlernen. In Abstimmung mit dem behandelnden Arzt wird ein Plan für die bestmögliche Linderung langfristiger Beschwerden erarbeitet.
Palliative Phase
Die Palliativmedizin bzw. -phase greift ab dem Moment, ab dem eine Krebserkrankung als nicht mehr heilbar gilt. Dies bedeutet nicht immer, dass die verbleibende Lebenszeit auf wenige Tage oder Wochen beschränkt ist, sie kann auch bei Monaten und Jahren liegen. In dieser Phase stehen die Wünsche und Bedürfnisse des Krebspatienten im Zentrum, es geht darum, Lebensqualität und ein aktives Leben zu ermöglichen sowie Nebenwirkungen und Symptome der Krebstherapie möglichst gering zu halten.
Terminale Phase
In der terminalen Phase geht es darum, dem Krebspatienten sein Lebensende so angenehm wie möglich zu machen. Die Lebensqualität steht im Vordergrund. Auch in dieser Phase profitieren Krebspatienten von Atem- und Entspannungsübungen, die Schmerzen lindern und z.B. das Atmen erleichtern können.
Hinweis: Auch Lymphdrainage oder Lymphtaping sind in dieser Phase der Krebstherapie hilfreiche Methoden. Für diese Behandlungen ist eine ärztliche Verordnung notwendig; meist zahlt die Krankenkasse für diese Maßnahmen.
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Quellen
Zuletzt geändert am 03.08.2023
Quellen
Bartrow, K. (2011) Physiotherapie am Kiefergelenk: Untersuchung, Therapie, Fallbeispiele. In: Georg Thieme Verlag.
Bobath-Gesellschaft, D. https://www.bobath-konzept-deutschland.de/; Letzter Abruf: 30.04.2021
Deutscher Verband für Physiotherapie (ZVK) e.V. https://www.physio-deutschland.de/mitglied-werden.html; Letzter Abruf: 30.04.2021
Heilmittelkatalog In: IntelliMed GmbH. https://heilmittelkatalog.de/; Letzter Abruf: 30.04.2021
Hüter-Becker, A. & Betz, U. (2006) Das neue Denkmodell in der Physiotherapie. In: Georg Thieme Verlag.
Seidenspinner, D. (2006) Training in der Physiotherapie: Gerätegestützte Krankengymnastik. In: Springer-Verlag.
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