Prostata- MRT (mpMRT)
Auf einen Blick
- 20 bis 30 minütige Untersuchung zur Darstellung von Prostatakarzinomen
- Keine Strahlenbelastung, bei einigen medizinischen Implantaten (z.B. Herzschrittmacher) ungeeignet
- Geringe Vorbereitung notwendig
Hinweis: Die Informationen dieses Fachtextes können und sollen eine ärztliche Meinung nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.
Definition
Definition: Die multiparametrische MRT ist eine spezielle Untersuchung der Prostata, um ein Prostatakarzinom zu entdecken bzw. auszuschließen. Die mpMRT stellt die Anatomie, die Gewebedichte (=Diffusion) und die Gewebedurchblutung in der Prostata (=Perfusion nach Kontrastmittelgabe) dar. So werden ca. 80 % aller signifikanten Tumore entdeckt.
Anwendungsbereich
Die multiparametrische MRT der Prostata wird in folgenden Fällen durchgeführt:
- Wenn der Verdacht auf ein Prostatakarzinom besteht, z.B. bei einem erhöhtem PSA-Wert (=prostataspezifisches Antigen), bei einem auffälligen Tastbefund oder bei einem auffälligen Sonographiebefund. Ziel der MRT ist es, einen Tumor und seine genaue Lokalisation zu finden. So kann bei Bedarf später eine zielgerichtete Gewebeprobe (=Biopsie) erfolgen. Die Trefferquote dieser gezielten Biopsie ist mit ca. 80 % gegenüber ca. 30- 40 % bei der bisher üblichen systematischen, aber ungezielten Biopsie ohne MRT wesentlich besser.
- Zum Ausschluss eines signifikanten Prostatakarzinoms vor einer geplanten OP zur Verkleinerung der Prostata (bei erschwertem Wasserlassen).
- Zur Verlaufskontrolle bei kleinen, langsam wachsenden Tumoren, die erst einmal nicht behandelt, sondern nur beobachtet werden (=active Surveillance).
Ablauf
Während der Untersuchung liegt der Patient ruhig und bequem im MRT Gerät. Gegen Ende der Untersuchung wird normalerweise ein gut verträgliches Kontrastmittel (=Gadolinium) über eine Armvene verabreicht, um die Durchblutung der Prostata darzustellen. Die Untersuchung selbst dauert insgesamt – je nach MRT Gerät – etwa 20-30 Minuten.
Funktionsweise
Die mpMRT der Prostata wird – wie jede MRT- in einem Kernspintomographen mit einem starken Magnetfeld und mit Hilfe von elektromagnetischen Radiowellen durchgeführt. Röntgenstrahlen oder Radiaktivität kommen dabei nicht zur Anwendung.
Ein Kernspintomograph regt die Wassermoleküle des menschlichen Körpers, der bei der Untersuchung in einem sehr starken Magnetfeld liegt, mit elektromagnetischen Wellen an und registriert mit sensiblen Antennen (=Spulen) das Signal, das bei dieser Anregung im Körper entsteht. Dabei entsteht durch das schnelle Ein- und Ausschalten der Spulen das bekannte, harmlose Klopfgeräusch. Aus den gewonnenen Daten entsteht das MRT Bild.
Wichtig zu wissen: Für eine gute Bildqualität sollte die Untersuchung in einem modernen Gerät mit hoher Feldstärke (1,5 3-Tesla) durchgeführt werden. Die Auswertung sollte durch, mit der Methode vertrauten, erfahrene Radiologen erfolgen.
Achtung
Eine besondere Vorbereitung für die Untersuchung ist nicht nötig. Zur Untersuchung sollten Laborwerte (PSA und Kreatinin) sowie Vorbefunde (Tastbefund, Ultraschall, Ergebnisse von Biopsien) mitgebracht werden. Um eine Beeinflussung der Bildqualität zu verhindern, sollten zudem blähende Speisen am Vortag sowie am Tag der Untersuchung gemieden werden.
Wichtig zu wissen: Nach der Untersuchung sollte ausreichend Flüssigkeit getrunken werden, um die Ausscheidung des Kontrastmittels zu beschleunigen. Die Fahrtüchtigkeit wird nicht beeinflusst.
Nebenwirkungen
Die MRT gilt als ausgesprochen sichere Untersuchung: Bei Berücksichtigung der üblichen Kontraindikationen (z.B. Herzschrittmacher, andere elektrische Implantate) ist die MRT ungefährlich. Allergische Reaktionen auf das Kontrastmittel sind sehr selten.
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Quellen
Zuletzt geändert am 16.02.2023
Autor: Expertengremium Radiologie & Nuklearmedizin
Hauptautor: Dr. med. Johannes Stiess - Facharzt für Radiologie bei Die Radiologie München
Quellen
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