Intensitätsmodulierte Bestrahlung (IMRT / VMAT)
Auf einen Blick
- IMRT bedeutet IntesitätsModulierte RadioTherapie und VMAT bedeutet VoluMetric Arc Therapy
- Bestrahlung von unregelmäßig geformten Tumoren
- Mehrere Einstrahlrichtungen auf den Tumor
- Bessere Schonung umliegender Organe
- Besonders geeignet bei Tumoren in der Nähe von sensiblen Organen
Hinweis: Die Informationen dieses Fachtextes können und sollen eine ärztliche Meinung nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.
Bedeutung
- IMRT bedeutet IntesitätsModulierte RadioTherapie
IMRT ist eine Bestrahlungstechnik, die es erlaubt mittels eines Linearbeschleunigers einen Tumor oder anderen Zielbereich mit unterschiedlichen Intensitäten zu bestrahlen. Das ermöglicht eine bessere Anpassung an den Tumor, vor allem wenn er hochkomplex geformt ist und eine größere Schonung des umgebenden Bereichs.
Das IMRT ist eine Weiterentwicklung der computergestützten 3D-Bestrahlung, bei der die Strahlung in nur einer Intensität angewendet werden kann.
- VMAT bedeutet VoluMetric Arc Therapy
VMAT ist eine Bestrahlungstechnik, die es erlaubt mittels Linearbeschleuniger einen Tumor oder anderen Zielbereich mit unterschiedlichen Intensitäten zu bestrahlen, während das Bestrahlungsgerät um den Patienten rotieren kann.
Es handelt sich um eine Weiterentwicklung der IMRT. Der Vorteil ist, dass für unterschiedliche Einstrahlwinkel das Gerät nicht neu eingestellt werden muss, sondern 360° um den Patienten rotieren kann. Dadurch ist eine Behandlungssitzung kürzer als beim IMRT.
Funktionsweise
Bei der intensitätsmodulierten Strahlentherapie (IMRT) wird ein Zielgebiet (z.B. der Tumor) über mehrere (3-9) Einstrahlrichtungen erfasst, aus jeder Einstrahlrichtung werden mehrere verschieden geformte Bestrahlungsfelder abgestrahlt. Der Bestrahlungsvorgang dauert 10-25 Minuten. Die Intensität der Strahlung ist über Bleilamellen im Kopf des Bestrahlungsgeräts regulierbar. Sie können sich öffnen und schließen.
Bei der VMAT-Technik dreht sich das Bestrahlungsgerät 1-3x um den Patienten und gibt während der Umkreisung die intensitätsmodulierte Strahlung ab. Dabei verändert sich die Feldbegrenzung stetig und fließend, die Geschwindigkeit sowie die Dosisintensität sind ebenfalls variabel. Der Bestrahlungsvorgang dauert dabei nur 5-8 Minuten.
Besonderheit
Im Gegensatz zur klassischen 3- oder 4-Feldertechnik und zur 3D-konformalen Technik können durch die IMRT und deren Fortentwicklung, der Rotationsbestrahlung/VMAT selbst kompliziert irregulär geformte und konkave Zielgebiete mit einer eng angepassten Dosisverteilung exakt bestrahlt werden, ohne umliegende Strukturen nennenswert zu belasten.
Einsatzgebiete
Diese Technik eignet sich für die meisten Tumore, ganz besonders für Tumore in der Nähe von sensiblen Risikoorganen (Speicheldrüse, Blase, Darm), etwa bei Prostata- oder Kopf-/ Halstumoren und für stark irregulär geformte Zielgebiete, etwa bei Brusttumoren mit Lymphabflussgebiet oder Tumore im Becken.
VMAT wird wegen der Zeitersparnis gegenüber IMRT bei Patienten eingesetzt, die aufgrund von Schmerzen nur sehr kurz liegen können.
Vorteile
Durch die VMAT-Technik kann die Zielgenauigkeit noch weiter verbessert und zudem die Behandlungszeit verkürzt werden. Die verkürzte Bestrahlungszeit stellt insbesondere bei schwierig zu lagernden Patienten oder bei Patienten mit Schmerzen einen großen Vorteil dar. Auch bei sich bewegenden Organen, wie der Prostata, ist VMAT nützlich, da dadurch der Sicherheitssaum verkleinert werden kann. Dadurch werden die umliegenden Organe besser geschont.
Strahlentherapeuten suchen
Finden Sie spezialisierte Experten bei Krebs
Quellen
Zuletzt geändert am 15.07.2024
Autor: Expertengremium Strahlentherapie
Hauptautor: Dr. Johann Meier - Facharzt für Strahlentherapie
Quellen
DKFZ (2018) Strahlentherapie: Anwendungsbeispiele und mögliche Nebenwirkungen. In: Deutsches Krebsforschungszentrum. https://www.krebsinformationsdienst.de/behandlung/strahlentherapie-nuklearmedizin/strahlentherapie-nebenwirkungen.php; Letzter Abruf: 27.07.2023
DKFZ (2018) Hintergrund: Strahlentherapie und Nuklearmedizin – Techniken und Anwendungsbeispiele. In: Deutsches Krebsforschungszentrum. https://www.krebsinformationsdienst.de/behandlung/strahlentherapie-nuklearmedizin/lexikon-techniken.php; Letzter Abruf: 13.09.2021
Riesenbeck, D., Reimann, P. & Adamietz, IA. (2013) Prophylaxe und Behandlung von Nebenwirkungen der Strahlentherapie. Verschiedene onkologische Therapiekonzepte. In: Springer-Verlag Berlin Heidelberg . Vol. 19 , S.267–278.
Schmoll., HJ., Höffken, K. & Possinger, K. (2006) Prinzipien der Strahlentherapie. In: Springer Verlag. S.541-650.
Stiftung Deutsche Krebshilfe Blauer Ratgeber 53: Strahlentherapie. In: Stiftung Deutsche Krebshilfe. 53, http://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/aktuelle-themen/service/broschueren/broschueren-uebergreifende-krebs-themen.html; Letzter Abruf: 13.09.2021
Fanden Sie diesen Artikel hilfreich?