Heilfasten - Wie hilfreich ist es zu fasten?
Der Begriff „Heilfasten“ umfasst verschiedene Diäten und Kuren, die eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten bewirken sollen.
Auf einen Blick
- Keine wissenschaftlich nachweisbare Wirkung gegen Krebs
- Kann negative Auswirkungen auf Krebstherapie haben
- Insgesamt: Keine Empfehlung für Heilfasten bei Krebs
Hinweis: Die Informationen dieses Fachtextes können und sollen eine ärztliche Meinung nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.
Beschreibung
Der Begriff „Heilfasten“ umfasst verschiedene Diäten und Kuren, darunter z.B. das Buchinger Heilfasten, die F.X. Mayr Kur, die Schroth Kur, die Breuß-Kur / Diät sowie das Saft-, Früchte-, Molke- oder Tee-Fasten.
Ziel: Das Fasten soll zu einer bewussteren Lebensführung anregen und eine Veränderung der Ernährungsgewohnheiten bewirken.
Annahme: Das Heilfasten soll den Körper durch Entschlackung regulieren und auch eine „seelische Reinigung“ bewirken.
Diätvorschriften:
- Ausschließlich Flüssigkeiten, keine feste Nahrung
Hinweis: Die Wirkungen des Heilfastens sind wissenschaftlich nicht nachweisbar.
Bewertung
Heilfasten ist kein Ersatz für eine medizinische Krebstherapie. Und gerade im Hinblick auf die Entschlackung lässt sich sagen, dass der Körper dazu allein in der Lage ist. So können der Darm, die Leber und die Nieren prinzipiell alle Ablagerungen und Stoffwechselprodukte, die im Körper des Menschen entstehen, ausscheiden, sofern genug Flüssigkeit aufgenommen wird.
Ein weiteres Problem des Heilfastens besteht darin, dass es die Wirkung von Medikamenten beeinflussen kann. Beim Heilfasten kann wie bei allen Fastenarten ein Energiedefizit entstehen, das Krebspatienten zusätzlich schwächt. Daher muss Tumorpatienten aus medizinischer und ernährungstherapeutischer Sicht vom Heilfasten abgeraten werden.
Empfehlenswerte Ernährung
Einschätzung durch Ernährungstherapeuten: Patienten mit einer Krebserkrankung wird von Heilfasten abgeraten.
Begründung: Heilfasten ist kein Ersatz für eine medizinische Krebstherapie. Und gerade im Hinblick auf die Entschlackung lässt sich sagen, dass der Körper dazu allein in der Lage ist. So können der Darm, die Leber und die Nieren prinzipiell alle Ablagerungen und Stoffwechselprodukte, die im Körper des Menschen entstehen, ausscheiden, sofern genug Flüssigkeit aufgenommen wird.
Ein weiteres Problem des Heilfastens besteht darin, dass es die Wirkung von Medikamenten beeinflussen kann. Beim Heilfasten kann, wie bei allen Fastenarten, ein Energiedefizit entstehen, das Krebspatienten zusätzlich schwächt.
Einschätzung durch Wissenschaft: aus onkologischer Sicht sind die Wirksamkeit und die Unbedenklichkeit dieser Diät derzeit noch nicht ausreichend bewiesen.
Offizielle Empfehlung: eine ausgewogene Ernährung, die den Körper mit allen wesentlichen Nährstoffen versorgt und bedarfsorientiert auf ihren individuellen Gesundheitszustand abgestimmt ist.
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Quellen
Zuletzt geändert am 07.12.2023
Autor: Expertengremium Ernährung
Hauptautorin: Eva Kerschbaum - M. Sc. Ernährungswissenschaften, Ernährungsberaterin/ DGE
Beratungsstelle für Ernährung am Tumorzentrum München
Quellen
Hübner, J. (2016) Alternativmedizin: ... von „Krebsdiäten“. In: Deutsches Ärzteblatt. Vol.113 (6), https://www.aerzteblatt.de/archiv/174845/Alternativmedizin-von-Krebsdiaeten; Letzter Abruf: 29.04.2021
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Raffaghello, L., Lee, C., Safdie, FM., Wei, M., Madia F., Bianchi, G. & Longo, VD. (2008 ) Starvation-dependent differential stress resistance protects normal but not cancer cells against high-dose chemotherapy. In: Proceedings of the National Academy of Sciences. Vol. 105 (24), S.8215-20. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18378900/; Letzter Abruf: 29.04.2021
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