Fette bei Krebs
Fette haben eine große Bedeutung in der menschlichen Ernährung. Wir klären auf.
Auf einen Blick
- Die Aufnahme von Fetten ist für Menschen lebensnotwendig
- Fettsäuren haben wichtige Funktionen (z.B. Energiespeicher und -spender, Transportmittel für Vitamine, Hormonproduktion)
- Es wird zwischen gesättigten und ungesättigten Fettsäuren unterschieden
- Ungesättigte Fettsäuren gelten als gesünder
Hinweis: Die Informationen dieses Fachtextes können und sollen eine ärztliche Meinung nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.
Definition
Fette, Lipide, sind lebensnotwendig für den menschlichen Körper. Über unsere Nahrung nehmen wir Triglyzeride und Cholesterine auf. Triglyzeride bestehen aus einem Glyzerin und drei Fettsäuren (deshalb tri-). Die Fettsäuren sind die wichtigste Komponente, denn sie bestimmen die Qualität des jeweiligen Fettes. Es gibt drei unterschiedliche Fettsäuren:
- gesättigte Fettsäuren
- einfachungesättigte Fettsäuren
- Mehrfach ungesättigte Fettsäuren sein.
Gut zu wissen: ob eine Fettsäure „gesättigt“ oder „ungesättigt“ ist hat mit ihrer chemischen Struktur und den Verbindungen zwischen den Kohlestoffatomen zu tun.
Gesunde Fette
Oft findet bei Fetten eine Unterteilung in „gesunde“ und „ungesunde“ Fette oder „gute“ und „schlechte“ Fette statt. Tatsächlich sind einige Fette für den Körper wertvoller als andere, wobei es auf die Mengen ankommt.
Als „gesunde Fette“ werden die ungesättigten Fettsäuren bezeichnet, weil sie der menschliche Körper teilweise nicht selbst herstellen kann und sie aber wichtige Funktionen haben.
Als „ungesunde Fette“ gelten gesättigte Fettsäuren. Sie erhöhen die Blutfettwerte und damit das Risiko für Herz- und Gefäßprobleme.
Achtung: Transfette, sind ungesättigte Fettsäuren, die die Blutfette erhöhen. Diese entstehen, bei der industriellen Fetthärtung (z.B. Margarine) oder bei der starken oder mehrfachen Erhitzung von Pflanzenölen (z.B. beim Frittieren). Oft sind sie in Fertiggerichten, Back- oder Süßwaren enthalten.
Bedarf
Wie viele Fette braucht man täglich?
Obwohl sie oft einen schlechten Ruf haben, braucht der gesunde Erwachsene Fette. Es gilt der Richtwert, Nahrungsfette zu 30-35% in die Nahrung zu integrieren. Vereinfacht ausgedrückt spricht man von einer Drittelung der Fettsäuren:
- maximal 10% gesättigte Fettsäuren
- 20% einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren
- Wer tierische Lebensmittel konsumiert, für den gilt als Faustregel: Fette zu 1/3 aus tierischen Lebensmitteln und zu 2/3 aus pflanzlichen Lebensmitteln zu beziehen. Tierische Fette enthalten zudem Cholesterin, worauf Menschen mit erhöhtem Cholesterinspiegel achten sollten.
Achtung: Eine zu fettreiche Ernährung kann zu Übergewicht und erhöhten Blutfettwerten führen, die wiederum das Risiko für koronare Herzkrankheiten (HKH) erhöhen.
Nutzen
Gesättigte Fettsäuren:
- Funktion: Energielieferant, Strukturfett („Polster“ Fett, das schützt, zum Beispiel an Gelenken an den Fußsohlen) und für den Transport der fettlöslichen Vitamine (Link zu Vitaminen).
- Ursprung: können vom Körper selbst hergestellt werden.
- Lebensmittel: Butter, Schmalz, Käse, Sahne, Fleisch- und Wurstwaren, Kokos- und Palmfett enthalten.
- Nebeneffekte: durch gesättigte Fettsäuren kann der Cholesterinspiegel erhöht werden. Ablagerungen (Plaques) können in unseren Gefäßen entstehen.
Auch einfach ungesättigte Fettsäuren:
- Funktion: Energielieferant und Strukturfett
- Ursprung: können selbst hergestellt werden.
- Nebeneffekte: einfach ungesättigte Fettsäuren können das LDL-Cholesterin („schlechtes“ Cholesterin) und die Triglyceride senken und das HDL-Cholesterin („gutes“ Cholesterin) erhöhen. Lebensmittel: Oliven-, Raps- und Erdnussöl, Avocados und Haselnüsse.
Mehrfach ungesättigte Fettsäuren
- Funktion: bilden Stoffe, die für Immunsystem, Herz-Kreislauf-System, Lungenfunktion und Hormonstoffwechsel eine Rolle spielen. Sie haben keine Relevanz für die Energielieferung
- Ursprung: bestimmte mehrfach ungesättigten Fettsäuren sind essenziell; also lebensnotwendig und müssen über die Nahrung zugeführt werden
- Lebensmittel: fettreiche Fische, Distel-, Sonnenblumen-, Kürbiskern-, Walnuss- sowie Leinöl und Nüsse Zu den mehrfach ungesättigten Fettsäuren zählen außerdem auch Omega-3-Fettsäuren in Fisch und grünem Blattgemüse und Omega-6- Fettsäuren in Distel- und Sonnenblumenöl.
Zudem sind Nahrungsfette Geschmacksträger und stellen in Form von gespeichertem Fett eine Schutzfunktion für den Körper dar.
Einfluss auf Krebs
Ist Fett krebserregend?
Die Aufnahme von Fett durch die Ernährung ist wichtig für den menschlichen Körper. Eine krebsfördernde Wirkung, zum Beispiel bei einer hohen Zufuhr an mehrfach ungesättigten Fettsäuren, konnte bisher nur in Tierversuchen beobachtet werden.
Hingegen zeigte sich, dass Omega-3-Fettsäuren (z.B. enthalten in Fisch, Rapsöl, Avocado) möglicherweise das Risiko für Darmkrebs senken. Zudem haben sie eine entzündungshemmende Wirkung. Omega-6-Fettsäuren (z.B. Sonnenblumenöl, Walnüsse, Hafer) wirken dagegen entzündungsfördernd. Aus diesem Grund sollte die Verzehrempfehlung für Omega-6-Fettsäuren nicht überschritten werden, um für ein ausgewogenes Verhältnis der Fettsäuren zu sorgen.
Achtung: was aber das Krebsrisiko nachweislich erhöht, ist Übergewicht. Körperfett, vor allem das viszerale Fett (Bauchfett, das zwischen den Organen liegt), wird mit einigen Krebsarten in Verbindung gebracht.
Mangel
Welche Folgen kann ein Mangel an Fettsäuren haben?
Insbesondere die einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren haben positive Auswirkungen auf den menschlichen Stoffwechsel. Es sollte auf die zuvor genannte Drittelung der Fettsäuren (10% gesättigte und 20% einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren) geachtet werden. Wenn die Fettzufuhr nur bis zu 25% der Gesamtenergie ausmacht, so ist dies in der Regel unbedenklich.
Achtung: Fette sind gerade bei Krebserkrankungen wichtig. Ist es in Folge der Krankheit schon zu Gewichtsverlust gekommen, begünstigt eine geringe Fettzufuhr einen weiteren Verlust von Fettmasse; es kann zu einer Mangelernährung kommen.
Lebensmittel
Welche Lebensmittel sind Lieferanten von guten Fetten?
Diese Lebensmittel liefern empfehlenswerte Fette:
- Meeresfische, wie Hering, Lachs, Makrele oder Thunfisch
- Walnüsse, Leinsamen und Nori-Algen als gute Omega-3-Lieferanten
- Fischöl oder Algenöl
- hochwertige, pflanzliche Speiseöle, wie Rapsöl, Leinöl, Olivenöl oder Walnussöl
Empfehlungen bei Krebs
Welche Fettsäuren sollten Krebspatienten verzehren?
Für Krebspatienten gibt es keine von den allgemeinen abweichenden Empfehlungen. Die zuvor genannten Lebensmittel eignen sich für Krebspatienten.
Generell sollten fettreiche, tierische Lebensmittel, wie Wurst und Fleisch, und Streichfette in geringem Umfang verzehrt werden, denn sie sorgen für erhöhte Cholesterinwerte.
Frittierte Lebensmittel sollten gemieden werden bzw. höchstens 1% der Gesamtenergie ausmachen, da sie das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen können.
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Quellen
Zuletzt geändert am 13.12.2023
Autor: Redaktion StärkergegenKrebs
Qualitätssicherung: Dipl. Oec. Troph Iris Flöhrmann, Diätassistentin, Ernährungsberatung Stormarn
Quellen
Bernard,, F. Die Fett-Zellen und der Krebs. https://www.dkfz.de/de/presse/veroeffentlichungen/einblick/einblick-archiv/02_2016/Fett-Zellen.html#:~:text=Die%20Wissenschaftler%20betrachten%20Fettleibigkeit%20zudem,wahrscheinlich%20die%20Entstehung%20von%20Krebs.; Letzter Abruf: 13.12.2023
Jahreis, G. Gutes Fett, schlechtes Fett. In: Bundesministerium für Bildung und Forschung. https://www.gesundheitsforschung-bmbf.de/de/gutes-fett-schlechtes-fett-8035.php; Letzter Abruf: 13.12.2023
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