Kontrastmittel in der CT
Häufig wird vor einer Computertomographie ein Kontrastmittel verabreicht, um bestimmte Gewebearten bei einem CT deutlicher hervorzuheben. In der Regel sind sie gut verträglich. Hier erhalten Sie alle wichtigen Informationen.
Auf einen Blick
- Deutlich erhöhte Aussagekraft durch stärkeren Gewebekontrast nach Gabe intravenöser Kontrastmittel
- In der Regel sehr gut verträglich
- Vor und nach der Untersuchung: Ausreichend Flüssigkeit trinken!
Hinweis: Die Informationen dieses Fachtextes können und sollen eine ärztliche Meinung nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.
Einleitung
Kontrastmittel sind Substanzen, welche unabhängig von der Bildgebungsmodalität den Bildkontrast verändern. Zum Einsatz kommen in der überwiegenden Zahl der Fälle jodhaltige, wasserlösliche Röntgen-Kontrastmittel. Kontrastmittel modulieren dabei die Transmission des Strahls durch den Körper und ändern so den Kontrast. Neben jodhaltigen Kontrastmitteln werden selten auch bariumhaltige Kontrastmittel, Luft oder CO2 verwendet.
Nutzen
Verschiedene Gewebe lassen sich durch ihre abweichende Dichte in Röntgenuntersuchungen (also beim klassischen Röntgen und in der CT) differenzieren. Differiert die Dichte der Gewebe sehr stark, z.B. zwischen Weichteilgewebe und dem sehr dichten Knochengewebe oder zwischen Weichteilgewebe und dem absorptionsarmen Lungengewebe, so ist der Kontrast zwischen den Geweben hoch, und sie sind einfach am errechneten Bild zu unterscheiden. Ist der natürliche Gewebekontrast jedoch schwach, so ist der Einsatz von Kontrastmitteln notwendig.
Durch die intravenöse Gabe des Kontrastmittels lässt sich die Aussagekraft einer Computertomographie-Aufnahme oft enorm steigern, da sich dadurch die verschiedenen Körpergewebe durch den angehobenen Kontrast besser voneinander abgrenzen lassen.
Stärker durchblutetes Entzündungsgewebe, Tumorgewebe oder minderdurchblutetes Gewebe ist durch die Applikation von Kontrastmitteln gegenüber dem Normalgewebe besser zu differenzieren.
Wichtig zu wissen: Kontrastmittel werden Patienten verabreicht, um bestimmte Gewebearten bei einem CT deutlicher hervorzuheben. In der Regel sind sie gut verträglich.
Ablauf
Bei klinischer Indikation werden bei der Computertomographie wasserlösliche, jodhaltige Kontrastmittel zumeist intravenös verabreicht. Seltener werden Kontrastmittel aber auch oral oder rektal bei einzelnen Fragestellungen in der Diagnostik des Bauchraums appliziert.
Nachdem dem Patienten ein intravenöser Zugang zumeist über eine Vene in der Ellenbeuge gelegt wurde, wird das Kontrastmittel über eine Hochdruckspritze appliziert. Bei der intravenösen Kontrastierung empfindet der Patient nach ca. 20 Sekunden ein Wärmegefühl oder Hitzegefühl. In selteneren Fällen wird ein metallischer Geschmack auf der Zunge oder Harndrang empfunden. Die Effekte sind harmlos und nach 1-2 Minuten rückläufig. Bei Überempfindlichkeit kann es jedoch vereinzelt zu allergischen Reaktionen und Kreislaufreaktionen kommen.
Wichtig zu wissen: Die CT-Untersuchung startet nach Beginn der Kontrastmittelgabe mit einem entsprechenden zeitlichen Versatz, welcher abhängig von der Untersuchungsregion ist. So können Untersuchungen der Lungenarterien bereits nach wenigen Sekunden starten, eine Darstellung der Ausscheidung der harnableitenden Organe hingegen erst nach 7-10 Minuten durchgeführt werden.
Verhaltensregeln
Der Patient muss vor der Kontrastmittelgabe vom untersuchenden Radiologen über Risiken und Nebenwirkungen der jodhaltigen Kontrastmittelgabe aufgeklärt werden. Bestehende Kontraindikationen oder Risikofaktoren beim Patienten müssen aufgenommen werden. Dazu gehören:
- eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) oder der Verdacht auf einen bösartigen Schilddrüsentumor,
- eine erniedrigte Nierenfunktion (Niereninsuffizienz)
- ausgeprägte allerg. Prädisposition.
Bei der Untersuchung des Magen-Darm-Traktes kann ggf. alternativ ein bariumhaltiges Kontrastmittel verwendet werden.
Wichtig zu wissen: Der Patient sollte ausreichend Flüssigkeit in den Tagen vor und am Tag der Untersuchung aufgenommen haben. Auch nach der Untersuchung sollten Patienten ausreichend Flüssigkeit trinken, um die Ausscheidung des Kontrastmittels über die Nieren zu fördern.
Risiken
Kontrastmittel werden üblicherweise gut vertragen. Leichte allergische Reaktionen sind selten - Hautreaktionen mit Quaddelbildung oder Juckreiz können z.B. sehr effizient sofort nach Auftreten mit einem Antiallergikum behandelt werden und sind meist schnell und vollständig rückläufig. Schwere Nebenwirkungen von Kontrastmitteln im Sinne einer anaphylaktischen Reaktion mit Atemnot und Kreislaufreaktion sind sehr selten.
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Quellen
Zuletzt geändert am 18.08.2022
Autor: Expertengremium Radiologie & Nuklearmedizin
Hauptautor: PD Dr. med. Patrick Hein - Facharzt für Diagnostische Radiologie bei Die Radiologie München
Quellen
European Society of Urogenital Radiology (o.D.) ESUR Guidelines on Contrast Agents 10.0. https://www.esur.org/; Letzter Abruf: 09.10.2021
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